Wenn sich der Januar über Island legt, verwandelt sich Reykjavik in ein magisches Winterwunderland, das wie geschaffen scheint für Paare, die ihre frisch geschlossene Ehe in einer Atmosphäre feiern möchten, die gleichermaßen romantisch wie abenteuerlich ist. Die isländische Hauptstadt bietet in diesem Monat ein einzigartiges Spektakel: Während die Sonne nur wenige Stunden am Horizont verweilt, tanzen mit etwas Glück die Nordlichter über den nächtlichen Himmel – ein Naturschauspiel, das eure gemeinsame Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis macht. Und das Beste daran? Reykjavik lässt sich auch mit überschaubarem Budget erkunden, wenn man weiß, wie.
Warum Januar der perfekte Zeitpunkt für eure Hochzeitsreise nach Reykjavik ist
Der Januar gehört zur Nebensaison in Island, was bedeutet, dass Unterkünfte deutlich günstiger sind als in den Sommermonaten. Die winterliche Stimmung verleiht der Stadt einen besonderen Charme: Die bunten Häuser heben sich kontrastreich vom verschneiten Hintergrund ab, die gemütlichen Cafés laden zum Verweilen ein, und die Chancen, Polarlichter zu sehen, sind in diesen dunklen Wintermonaten am höchsten. Mit Temperaturen um den Gefrierpunkt ist es zwar kalt, aber bei weitem nicht so eisig, wie viele erwarten würden – der Golfstrom sorgt für ein gemäßigteres Klima als in anderen Regionen auf demselben Breitengrad.
Was Reykjavik so besonders macht
Die nördlichste Hauptstadt der Welt ist eine faszinierende Mischung aus urbanem Leben und ungezähmter Natur. Innerhalb weniger Minuten verlasst ihr das kompakte Stadtzentrum und befindet euch in einer Landschaft aus Lavafeldern, heißen Quellen und schneebedeckten Bergen. Die Stadt selbst präsentiert sich mit bunter Street-Art, innovativer Architektur und einer lebendigen Kulturszene, die weit über das hinausgeht, was man von einer Stadt mit nur 130.000 Einwohnern erwarten würde.
Die charakteristische Hallgrímskirkja-Kirche thront weithin sichtbar über der Stadt und bietet von ihrem Turm aus einen beeindruckenden Rundumblick über Reykjavik und die umliegenden Berge. Der Eintritt zum Turm kostet etwa 10 Euro pro Person – eine lohnende Investition für diesen Panoramablick, besonders in den wenigen Stunden Tageslicht, wenn die Sonne die verschneite Landschaft in goldenes Licht taucht.
Romantische Erlebnisse für kleines Geld
Ein Spaziergang entlang der Uferpromenade zum alten Hafen kostet nichts und bietet dennoch unvergessliche Momente. Im Januar könnt ihr hier die Sonne über dem Atlantik auf- oder untergehen sehen, während die verschneiten Berge der Halbinsel Snæfellsnes in der Ferne am Horizont erscheinen. Der Skulpturengarten bei der Konzerthalle Harpa ist ebenfalls frei zugänglich und besonders bei Schnee stimmungsvoll.
Die öffentlichen Thermalbäder sind eine isländische Institution und gehören zum authentischen Island-Erlebnis dazu. Während die touristischen Bäder oft überlaufen und teuer sind, gibt es mehrere lokale Schwimmbäder in Reykjavik, die für etwa 7 bis 9 Euro Eintritt zugänglich sind. Hier entspannen sich die Einheimischen in den Warmwasserpools und Whirlpools – eine perfekte Gelegenheit, nach einem Tag in der Kälte aufzuwärmen und dabei die authentische isländische Badekultur kennenzulernen.
Auf Nordlichtjagd
Die Jagd nach den Aurora Borealis ist im Januar besonders vielversprechend. Statt teure organisierte Touren zu buchen, könnt ihr euch selbst auf die Suche machen. Ladet euch eine der kostenlosen Apps herunter, die die Nordlichtaktivität vorhersagen, und fahrt mit dem Bus zu einem der weniger beleuchteten Stadtrandgebiete. Alternativ reicht manchmal schon ein Spaziergang zum Perlan-Park oder zur Halbinsel Seltjarnarnes. Packt eine Thermoskanne mit heißem Kakao ein, nehmt eine warme Decke mit und genießt gemeinsam dieses unbezahlbare Naturschauspiel.
Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten
Das Stadtzentrum von Reykjavik lässt sich bequem zu Fuß erkunden. Die Haupteinkaufsstraße Laugavegur bietet neben Geschäften auch interessante Architektur, kleine Galerien und bunte Hausfassaden, die perfekte Fotomotive abgeben. Viele Galerien und kleine Museen bieten freien Eintritt oder verlangen nur geringe Gebühren.
Der Perlan mit seiner markanten Glaskuppel beherbergt ein Naturkundemuseum, dessen Eintritt zwar etwa 30 Euro kostet, aber die kostenlose Aussichtsplattform ist für alle zugänglich und bietet einen der besten Ausblicke über die Stadt. Die umgebenden Wälder und Wanderwege sind ideal für romantische Winterspaziergänge.

Ein Tagesausflug zum Golden Circle ist auch im Januar möglich und lohnenswert. Während organisierte Touren oft über 100 Euro pro Person kosten, könnt ihr diesen Trip mit öffentlichen Bussen oder als Mietwagen-Tagesausflug deutlich günstiger gestalten. Die drei Hauptattraktionen – der Þingvellir-Nationalpark, der Geysir Strokkur und der Wasserfall Gullfoss – sind alle kostenlos zugänglich und im Winter, wenn alles mit Eis und Schnee bedeckt ist, besonders spektakulär.
Praktische Tipps für die Fortbewegung
Reykjavik verfügt über ein zuverlässiges Bussystem, das die gesamte Stadt und einige Vororte abdeckt. Eine Einzelfahrt kostet etwa 4 Euro, aber es lohnt sich, eine Mehrtageskarte zu kaufen, die bei etwa 35 Euro für eine Woche liegt. Die meisten Sehenswürdigkeiten im Zentrum sind jedoch fußläufig erreichbar.
Für Ausflüge in die Umgebung kann sich ein Mietwagen lohnen, besonders wenn ihr die Kosten auf mehrere Tage verteilt. Im Januar sind die Mietpreise oft günstiger als im Sommer, rechnet mit etwa 40 bis 60 Euro pro Tag für ein Standardfahrzeug. Wichtig ist, ein Auto mit Winterreifen zu wählen und sich über die Straßenverhältnisse zu informieren. Die isländische Straßenverwaltung bietet eine kostenlose Website und App mit aktuellen Informationen zu Straßenzustand und Wetter.
Unterkunft ohne Budget-Sprengung
Hostels in Reykjavik bieten im Januar Doppelzimmer bereits ab etwa 60 bis 80 Euro pro Nacht. Viele verfügen über Gemeinschaftsküchen, was euch erlaubt, selbst zu kochen und die horrenden Restaurantpreise zu umgehen. Gästehäuser und kleine private Unterkünfte liegen preislich oft zwischen 80 und 120 Euro und bieten mehr Privatsphäre – ideal für frisch Vermählte.
Schaut euch Unterkünfte außerhalb des unmittelbaren Zentrums an, etwa im Stadtteil Hlíðar oder Breiðholt. Diese sind deutlich günstiger und dennoch gut mit dem Bus erreichbar. Einige Gästehäuser bieten zudem Frühstück an, was bei den isländischen Lebensmittelpreisen eine echte Ersparnis bedeutet.
Verpflegung clever planen
Island ist notorisch teuer, wenn es ums Essen geht. Ein Restaurantbesuch kann schnell 40 bis 60 Euro pro Person kosten. Die Supermärkte hingegen sind nur moderat teurer als in Mitteleuropa. Kauft in den Discount-Supermarktketten ein, wo ihr für einen Wocheneinkauf für zwei Personen etwa 80 bis 100 Euro kalkulieren solltet.
Gönnt euch trotzdem ein oder zwei Restaurantbesuche, aber wählt weise: Mittagsmenüs sind oft deutlich günstiger als Abendessen. Kleine Bäckereien verkaufen belegte Brote und Gebäck für 5 bis 8 Euro. Die berühmten isländischen Hot-Dog-Stände bieten eine günstige Mahlzeit für etwa 4 Euro.
Packt für eure Tagesausflüge immer Proviant ein. Eine Thermoskanne mit Kaffee oder Tee, selbstgemachte Sandwiches und Snacks sparen nicht nur Geld, sondern ermöglichen es euch auch, an den schönsten Orten zu picknicken, ohne auf überteuerte Touristenrestaurants angewiesen zu sein.
Insider-Tipps für echte Erlebnisse
Besucht Reykjavik an einem Samstag und erlebt den Kolaportið-Flohmarkt im alten Hafen. Hier findet ihr nicht nur interessante Souvenirs zu fairen Preisen, sondern auch traditionelle isländische Produkte und einen Einblick in die lokale Kultur. Der Eintritt ist frei.
Viele Kirchen in Reykjavik bieten kostenlose Mittagskonzerte an – eine wunderbare Möglichkeit, der isländischen Musikszene zu lauschen und sich gleichzeitig aufzuwärmen. Informiert euch bei eurer Ankunft über die aktuellen Veranstaltungen.
Die öffentlichen Bibliotheken sind architektonisch beeindruckend, warm, kostenlos und bieten kostenloses WLAN – perfekt, um sich zwischen den Erkundungstouren aufzuwärmen und den nächsten Tag zu planen.
Reykjavik im Januar ist ein Wintermärchen für Verliebte, die bereit sind, sich auf das Abenteuer einzulassen. Mit der richtigen Planung, warmer Kleidung und der Offenheit für authentische Erlebnisse wird eure Hochzeitsreise zu einem unvergesslichen Kapitel eurer gemeinsamen Geschichte – ohne dass ihr dafür ein Vermögen ausgeben müsst. Die Kombination aus urbaner Kultur, atemberaubender Natur und der Chance auf Nordlichter macht diese Reise zu etwas ganz Besonderem, das ihr noch jahrelang in Erinnerung behalten werdet.
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