Warum kluge Familien Petra ausgerechnet im Januar besuchen und dabei ein Vermögen sparen während andere schwitzen und mehr bezahlen

Wenn der europäische Winter grau und kalt erscheint, liegt Petra in goldenem Licht – und genau im Januar zeigt sich die legendäre Felsenstadt von ihrer angenehmsten Seite. Während die Sommermonate mit sengender Hitze Besucher ermüden, bietet der erste Monat des Jahres perfekte Bedingungen für ein intensives Familienabenteuer. Die Temperaturen bewegen sich tagsüber zwischen 10 und 15 Grad Celsius, ideal für ausgedehnte Erkundungen ohne die erschöpfende Hitze. Ein verlängertes Wochenende reicht aus, um in eine der faszinierendsten archäologischen Stätten der Welt einzutauchen und Kindern wie Erwachsenen Geschichten zu erzählen, die noch Jahre später am Esstisch wiederholt werden.

Die Magie der rosa Stadt im winterlichen Licht

Petra offenbart sich nicht sofort. Der Weg durch den Siq, jene spektakuläre Felsschlucht, die sich über mehr als einen Kilometer erstreckt, baut Spannung auf wie ein perfekt inszenierter Film. Die Wände ragen bis zu 80 Meter in die Höhe, und das Winterlicht im Januar spielt auf den Sandsteinformationen ein einzigartiges Farbspiel. Kinder werden von den natürlichen Farbtönen fasziniert sein, die von tiefem Rot über Rosa bis zu sanftem Orange reichen. Dann, am Ende des Siq, öffnet sich der Blick auf das Schatzhaus – einen Moment, der selbst die skeptischsten Teenager zum Staunen bringt.

Die nabatäische Architektur wirkt wie aus einer anderen Zeit herausgeschnitten, was sie auch ist. Diese Zivilisation meisterte vor über 2000 Jahren die Kunst, monumentale Strukturen direkt aus dem Fels zu hauen. Für Familien bietet sich hier eine lebendige Geschichtsstunde, die kein Schulbuch jemals vermitteln könnte.

Was Familien in Petra erleben können

Über das berühmte Schatzhaus hinaus erstreckt sich eine ganze Stadt aus Stein. Das Amphitheater, das einst 8500 Zuschauer fasste, lädt zu Pausen ein, bei denen man sich vorstellt, wie hier einst Aufführungen stattfanden. Der Aufstieg zum Kloster Ad-Deir erfordert Ausdauer – 800 in den Fels gehauene Stufen –, aber gerade für aktivere Familien mit älteren Kindern ist dies eine lohnende Herausforderung. Die Aussicht von oben entschädigt jeden Schweißtropfen, und die Struktur selbst ist noch imposanter als das Schatzhaus, mit einer Fassade von 50 Metern Höhe.

Für kleinere Kinder oder wenn die Beine müde werden, stehen Eselführer bereit, die gegen einen moderaten Aufpreis von etwa 15 bis 20 Euro den Transport übernehmen. Wichtig dabei: Preise werden erwartet zu verhandeln, das gehört zur lokalen Kultur und kann für Kinder eine interessante Lektion in interkultureller Kommunikation sein.

Die verborgenen Ecken entdecken

Abseits der Hauptrouten lohnt sich der Weg zu den Königsgräbern, die an der Felswand thronen wie schlafende Wächter. Diese sind leichter zugänglich und bieten schattige Bereiche zum Ausruhen. Der High Place of Sacrifice, ein Opferplatz auf einem Berggipfel, belohnt die etwa 45-minütige Wanderung mit Panoramablicken über die gesamte Region. Im Januar ist diese Wanderung angenehm, während sie in den Sommermonaten kaum erträglich wäre.

Das kleinere Siq al-Barid, auch Klein-Petra genannt, liegt etwa zehn Kilometer nördlich und ist kostenlos zugänglich. Weniger überlaufen als die Hauptattraktion, bietet dieser Ort eine intimere Erfahrung und eignet sich perfekt für den zweiten Tag, wenn die Familie bereits etwas müde von den ersten Abenteuern ist.

Praktische Überlegungen für den Familienbesuch

Das Jordan Pass System vereinfacht den Besuch erheblich. Für etwa 70 bis 90 Euro pro Erwachsenem, je nach gewählter Variante, erhält man Zugang zu Petra und über 40 weiteren Sehenswürdigkeiten im Land sowie einen Verzicht auf die Visagebühren bei mehrtägigem Aufenthalt. Kinder unter 12 Jahren haben in Petra freien Eintritt, was die Reise für Familien deutlich erschwinglicher macht. Der Pass lohnt sich bereits, wenn man Petra an zwei Tagen besuchen möchte, was bei einem Wochenendtrip absolut sinnvoll ist.

Die Öffnungszeiten im Januar beginnen um 6 Uhr morgens, und ein früher Start lohnt sich doppelt: Das Licht ist außergewöhnlich, und die Besuchermassen halten sich in Grenzen. Packt Wasserflaschen ein – innerhalb der Anlage gibt es zwar Verkaufsstellen, aber die Preise sind erhöht. Ein ordentliches Frühstück vor dem Start und Snacks im Rucksack sparen nicht nur Geld, sondern vermeiden auch hungrige Launen bei den Kleinen.

Unterkunft ohne das Budget zu sprengen

Das nahe gelegene Wadi Musa ist der logische Ausgangspunkt. Die Stadt bietet eine breite Palette an Unterkunftsmöglichkeiten, von einfachen Familienzimmern für etwa 25 bis 35 Euro pro Nacht bis hin zu komfortableren Mittelklasse-Optionen für 50 bis 70 Euro. Viele Unterkünfte bieten kostenlose Transfers zum Eingang von Petra, was morgens besonders praktisch ist. Die Fußläufigkeit variiert – wer bereit ist, einen kleinen Hügel zu bewältigen, findet günstigere Optionen etwas weiter vom Zentrum entfernt.

Kleine Pensionen in Familienbesitz kombinieren oft erschwingliche Preise mit authentischer Gastfreundschaft. Häufig ist ein einfaches Frühstück inkludiert, das typischerweise Fladenbrot, Olivenöl, Hummus, Käse und Gemüse umfasst – nahrhaft genug, um gestärkt in den Tag zu starten.

Kulinarische Erfahrungen für schmale Budgets

Die jordanische Küche ist familienfreundlich und erschwinglich. Lokale Imbisse servieren Falafel-Sandwiches für etwa 1,50 bis 2 Euro, die selbst wählerische Esser meist akzeptieren. Shawarma, das nahöstliche Pendant zum Döner, kostet ähnlich und sättigt zuverlässig. Für ein komplettes Essen in einem einfachen Restaurant mit traditionellen Gerichten wie Mansaf oder Maqluba sollte man pro Person etwa 5 bis 8 Euro einkalkulieren.

Supermärkte in Wadi Musa bieten die Möglichkeit, Proviant für Picknicks zusammenzustellen. Frisches Obst, Snacks und Wasser sind deutlich günstiger als in touristischen Bereichen. Ein Familienessen im Zimmer oder als Picknick mit Blick auf die Berge kann sowohl Budget als auch besondere Erinnerungen schonen.

Fortbewegung in der Region

Vom Flughafen in Amman, etwa drei Stunden Fahrt entfernt, führen mehrere Wege nach Petra. Geteilte Minibusse sind die kostengünstigste Option mit etwa 7 bis 10 Euro pro Person, fahren aber nach weniger festen Zeiten. Private Taxis oder Transfers kosten für die Familie zusammen etwa 80 bis 100 Euro, bieten aber Flexibilität und Komfort, besonders mit Kindern und Gepäck.

Innerhalb von Wadi Musa sind die Distanzen überschaubar. Taxis zwischen verschiedenen Punkten der Stadt kosten selten mehr als 2 bis 3 Euro. Viele Besucher gehen die kurzen Strecken jedoch zu Fuß, was im Januar angenehm ist und nebenbei die Reisekasse schont.

Was im Januar-Gepäck nicht fehlen sollte

Die Temperaturen mögen mild sein, aber die Wüstennächte können überraschend kühl werden. Schichten sind der Schlüssel: Morgens startet man vielleicht mit Jacke, mittags reicht ein T-Shirt. Gute Wanderschuhe sind unverzichtbar – das Gelände ist uneben und manchmal rutschig. Sonnenschutz scheint im Winter zweitrangig, aber die Höhenlage und die Reflexion des hellen Sandsteins machen ihn dennoch notwendig.

Eine kleine Reiseapotheke mit Pflastern für Blasen, Schmerzmitteln und eventuell Mitteln gegen Magenverstimmung gibt Sicherheit. Kinder sollten ihre eigenen kleinen Rucksäcke tragen können, gefüllt mit Wasser und Lieblingssnacks – das steigert die Motivation beim Wandern erheblich.

Petra im Januar ist mehr als ein Reiseziel, es ist eine Zeitreise, die Familien zusammenbringt. Die gemeisterten Herausforderungen, die geteilten Staunenmomente vor jahrtausendealter Architektur und die einfache Freude, zusammen neue Orte zu entdecken – all das macht diese Reise zu einer Investition in Familienerinnerungen, die weit über das ausgegebene Geld hinausgeht. Die Kombination aus kulturellem Reichtum, natürlicher Schönheit und praktischer Machbarkeit macht Petra zu einem perfekten Winterziel, das beweist, dass bedeutsame Reisen nicht teuer sein müssen.

Welche Petra-Herausforderung würdest du mit deiner Familie wagen?
800 Stufen zum Kloster Ad-Deir
Sonnenaufgang im Siq um 6 Uhr
Eselritt durch die Felsenstadt
Wanderung zum High Place of Sacrifice
Klein-Petra auf eigene Faust

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